157 - Seifertshofen
Auszug aus der Chronik unserer Gemeinde
 
Die Heimatlandschaft
Ebershausen liegt im mittelschwäbischen Hügelland, das der Iller- Lech- Platte zugeordnet wird und den westlichen Teil der schwäbisch- bayerischen Hochebene (Schotterebene) bildet. Der Charakter einer Hochebene ist aber im Heimatgebiet kaum noch erkennbar. Vielmehr wird die Landschaft durch die große Zahl Süd-Nord Täler mit gleichlaufenden Höhenzügen (Riedel) gegliedert, die sich zwar verkehrshemmend auswirken, aber doch den landschaftlichen Reiz Mittelschwabens ausmachen.
Die langgezogenen Hügel (älterer Deckenschotter) sind meist mit Wald bedeckt. Hanglagen und Flußauen tragen Wiesen, die weiteren Hochlagen fruchtbares Ackerland. Kies, Sand, Lehm und Ton sind häufig zu finden und liefern wertvolles Baumaterial.
 
Entstehung des Ortes und Ortsnamenserklärung
Der Ortsname Ebershausen entstand nicht wie früher angenommen aus dem Tiernamen „Eber“ sondern aus dem Personennamen „Eberhard“.
Ebershausen zählt somit zu dem Kreis der Hausenorte, bei denen der Erstsiedler Pate bei der Ortsnamensgebung stand. (Im Altlandkreis Krumbach gab es früher 48 solcher Hausenorte; viele davon gingen in der Schreckenszeit des 30-jährigen Krieges unter).
 
Urkundlich belegte Schreibweisen des Ortsnamens:
ze Eberhardshusen, Eberhardshusen, Ebirshusin, Ebirshusen, Ebershusen.
 
 
Mittelalterliche Ausbausiedlungen
(wohl Einzelhöfe) von Ebershausen waren: Ebersschwende und Derenhofen.
 
Wann die Siedlung des Eberhard entstand ist ebenso wenig bekannt wie die weitere geschichtliche Entwicklung des Ortes bis zum Jahre 1125.
Sicher ist nur, dass „Eberhardshusen“ an der Südwestgrenze der alemannischen Grafschaft „Duriagau“ lag und der Zehent Krumbach zugehörte.
An der südlichen Gemarkungsgrenze von Ebershausen ist heute noch ein Grenzgraben teilweise sichtbar, der einst die Grafschaften Duriagau und Illergau voneinander trennte. Die Grenze ist demnach über 1200 Jahre alt und scheidet in der Jetztzeit noch die ehemaligen Gerichtsbezirke Krumbach und Illertissen.
 
Urkundliches über Ebershausen
1125
Ebershausen wird als einer der Gründungsorte des Klosters Ursberg (Prämonstratenser – Niederlassung) genannt. Der Ort muss verschiedene Abgaben an Ursberg leisten, um den Bestand des neugegründeten Klosters zu gewährleisten.
1126
Der Ortszehent von Ebershausen wird an das neuerrichtete Kloster Roggenburg abgeführt. Das Kloster Roggenburg gründeten die Brüder Berthold, Konrad und Siegfried von Bibereck - als Zweigstelle des Klosters Ursberg - und besetzten es mit Prämonstratensern.
1170
Der Freie Lampart schenkt ein Gut in Ebersschwende (Ortsteil v. Ebershausen) dem Kloster Ursberg.
1235
Wenher de Ternhofen (Derenhofen) – wird in einer Liste der geächteten Personen genannt. Noch heute wird ein kleiner Flurteil an der Straße zu „Schwende“ gelegen noch „Derenhofen“ genannt.
1345
Berthold von Ebershausen (Ortsadel) erhält das Pfand über den Zehent von Sigebretshofen = Seifertshofen.
1361
Mey von Ebershausen wird Grundherrin von Ebershausen; sie wird auch als „Oblate“
(= Mitglied des adeligen Damenstiftes Edelstetten) genannt.
1425
Das Hochstift Augsburg gibt vier Lehen in Ebershausen an Ulrich Schappran und Andreas Ferner, Bürger und Patrizier (vornehmer, wohlhabender Bürger) in Ulm. Über den Ebershauser Besitz des Ulmers Ulrich Schappran gibt das Lehensbuch des Hochstifts Augsburg vom Jahre 1425 Auskunft. Es ist darin Ebershausen als Hochstiftsbesitz aufgeführt und Seite 110 des Lehensbuches berichtet, was Ulrich Schappran aus dem Lehensbesitz zum halben Teil erhalten hat:
„... Item (witerhin) des Rorers Lehen zu Ebershausen, Item des langen Clausen lehe zu Ebershausen und einen Garten dabey. Item das Häberlin lehen zu Ebershausen, Items us achzehn Juchert ackers den zehenden und ettliche Lehen zu Ebershausen. Item ein Lehen zu Ebershausen, des namen wisst er (der Schreiber) nit“
Das Gemeindewappen von Ebershausen entspringt aus dem Wappenschild des Ulmers Ulrich Schappran; Die „Hebezange“
1492
Das „Feuerstattgulden-Verzeichnis“ von Ebershausen liegt in der Markgrafschaft Burgau. 5 Feuerstellen gehörten zur Grundherrschaft Roggenburg, 9 Feuerstellen zur Grundherrschaft Klosterbeuren. Für 22 Anwesen gibt Hiltgard Dietenheimerin, Vögtin zu Ebershausen (Vogtbauernhof war der Hof Nr. 21) den Feuerstattgulden an die Markgrafschaft Burgau. Damit sind für das Jahr 1492 47 Anwesen in Eberhausen nachgewiesen, die sich die drei Grundherrschaften teilten
Erklärung: „Feuerstattgulden“
Am 28. November 1486 wurde die gesamte Markgrafschaft Burgau an Herzog Georg den Reichen von Bayer- Landshut verkauft. Die bayerischen Beamten aber waren hier wegen ihrer Strenge und Härte nicht besonders beliebt. Deshalb löste bereits 1490 Maximilian I., Sohne des Kaisers Friedrich III., die Markgrafschaft wieder ein. Herzog Georg aber verlangte die damals schon enorme Summe von 52.000 Gulden. Maximilian konnte aber die Summe nicht aus eigenen Mitteln aufbringen. Da verpflichteten sich die Untertanen – wohl froh, der bayerischen Herrschaft (Bayern – Landshut) wieder entrinnen zu können, von jeder Feuerstatt bez. Anwesen je einen Gulden beizusteuern. (nach Heinrich Sinz)
Das Feuerstattgulden-Verzeichnis gibt daher sicheren Nachweis über die damalige Größe der Orte und deren Grundherrschaften.
1568
Vergleich in einem Rechtsstreit über „Trieb und Tratt“ (= Weiderecht zwischen Ebershausen und Olgishofen)
1581
Klostervorsteher Vitus Breg vom Stift Roggenburg (er war der 12. Abt und der 21. Klostervorsteher des Stifts Roggenburg) verkauft die Bauernhöfe, die das Stift Roggenburg in Mohrenhausen, Seifertshofen und Waltenberg besaß, an Fürst Jacob Fugger von Babenhausen um 20.000 Gulden mit dem Zugeständnis, dass Roggenburg den verkauften Insassen das nötige Brennholz unentgeltlich weiter liefert. (Verhältnis: eine Kuh kostete 5 bis 10 Gulden; das wären zwischen 2000 und 4000 Kühe)
(In manchen Unterlagen wird auch hier das Jahr 1586 genannt!)
1611
Laut Gültbuch des Hochstiftes Augsburg gab es 1611 in Ebershausen: 42 Häuser, 38 Steuerpflichtige, 296 Jauchert Äcker, 90 Jauchert Wiesen, 39 Rosse, aber nur 57 Kühe, 33 Stück Jungvieh, 15 Schafe und nur 2 Schweine. Abgaben waren für 1 Pferd 10 fl, eine Kuh 6-7 fl, ein Jungvieh 4 fl, ein Schaft 1 fl und ein Schwein ebenfalls 1 fl. (nachzulesen in den Gültbüchern des Hochstifts im Hauptstaatsarchiv München)
1623
Das Gültbuch vom Kloster Beuren verzeichnet für Ebershausen 39 Untertanen
1689
Zum ersten Mal wird ein Schulmeister mit Namen Georg Consales – auch Gundstales – in Ebershausen erwähnt
1699
Grenz- und Holzmarkbeschreibung des Ebershauser Waldes.
Dieser 350 Jauchert große Wald gehörte den Bürgern gemeinschaftlich und durfte frei genutzt werden (Bau- und Brennholz, Waldweide).
... Holl ist Vogt in Ebershausen.
1753
Gehörten in Ebershausen 46 Häuser nach Klosterbeuren und 4 Häuser dem Grafen Fugger – Babenhausen.
1766
Die Bauern von Ebershausen klagen beim burgauischen Oberamt in Günzburg gegen ihre Grundherrschaft in Forstangelegenheiten. Nach Angaben von J. K. Rettenmayer entsandte die Markgrafschaft Burgau Militär, das den Zehenstadel in Ebershausen besetzte, das Getreide ausdrosch und es nach Günzburg führte.
1805
bis 1805 gehörte Ebershausen zu „Schwaben – Neuburg“
ab 1805 zu „Bayern“ und es wohnen bereits 50 Familien in Ebershausen.
1818
zählt der Ort Ebershausen 49 Häuser mit 270 Einwohnern
1848
Ende der Bauernbefreiung
1875
waren es 345 Einwohner
1900
Das erste Fahrrad hatte Jakob Stiegeler
1907
Ebershausen erhält zum ersten Mal Strom aus dem Kraftwerk Breitenthal
1909
Das erste Telefon wird am Sägewerk installiert
1924
Das erste Radio spielt bei Roman Haug
1943
Stolzer Besitzer des ersten Auto war Roman Haug
1960
Das erste Fernsehgerät (s/w) dürfte Anfang der 60-ziger Jahre bei der Fam. Seidel/Friedl gelaufen sein
1968
Die Gemeinde Ebershausen beantragt über den Kreisheimatpfleger Jörg ein Wappen für die Gemeinde
1969
Mit Entschließung des Staatsministerium des Inneren vom 19.09.1969 wurde die Annahme von Wappen „Ulmer Hebezange“ und Fahne zugestimmt (siehe auch in der Chronik „Das Wappen von Ebershausen“) Die Farben sind rot und silber.
1977
Vor der Gemeindereform am 01.05.1978 hatte die Gemeinde Ebershausen am 30.06.1977 376 Einwohner
Die bis 30.04.1978 selbständige Gemeinde Seifertshofen mit dem Ortsteil Waltenberg hatte 185 Einwohner
1978 Gemeindereform
Die selbständige Gemeinde Seifertshofen mit ihren Ortsteilen Seifertshofen und Waltenberg werden im Zuge der bayerischen Gebietsreform zum 1. Mai 1978 aufgelöst und in die Gemeinde Ebershausen eingemeindet. Letzter Bürgermeister in Seifertshofen war Johann Rittler. Gleichzeitig wurden die Verwaltungsaufgaben der neugegründeten Verwaltungsgemeinschaft mit dem Sitz in Krumbach, übertragen. Bürgermeister für die neu zusammengelegte Gemeinde wurde Adolf Albrecht.
1979
Die Einwohnerzahl beträgt lt. des Statistischen Landesamtes 562 Personen
1979
Am Sonntag, den 7. Oktober 1979 fand die Einweihung des Kindergartens in Ebershausen statt. Erste Kindergartenleiterin war Irmgard Geiger aus Aichen.
1980
Einwohnerstand am 30.06.1980: 576 Personen
1982
Wasser
Die Wasserversorgung der Ebershauser erfolgte bis zum Neubau einer Wasserversorgungsanlage 1982 durch zwei Genossenschaften. Die Wassergenossenschaft I, gegründet 1902 mit 14 Anschlüssen, hatte ihren Brunnen beim Wegkopf und den Hochbehälter im Pfarrgarten. Die Wassergenossenschaft II, gegründet 1930, bezog ihr Wasser vom Brunnen beim „Vierlingen“ und hatte den Sammelbehälter neben dem jetzigen Tiefbrunnen oberhalb des alten Sportplatzes. Mit der Wasserversorgungsanlage werden auch die Ortsteile Seifertshofen und Waltenberg mitversorgt.
1982
Am 29. September 1982 findet die Einweihung der neuen Wasserversorgung mit einem Feldgottesdienst am neuen Hochbehälter in Waltenberg statt.
1983
„Maltafieber“ grassiert unter Ebershauser Schafen und Rindern. 287 Ebershauser Tiere mussten getötet werden um die Seuche, die auch für den Menschen gefährlich ist, einzudämmen.
1986
Ebershausen zählt gemeinsam mit den Ortsteilen 567 Einwohner
1990
Seit dem 01.05.1990 ist Herbert Kubicek Bürgermeister von Ebershausen. Bürgermeister Albrecht wird zum Altbürgermeister ernannt.
1993
In den Jahren 1992 und 1993 wurde der größte Teil des Ortes an das Abwassersystem des „Zweckverbandes Unteres Günztal“ angeschlossen.
1999
Ausbau der B 300 in Ebershausen mit beidseitigen Gehwegen und Neugestaltung des Dorfplatzes
2000
Radweg zwischen Ebershausen und Krumbach (1. Teilabschnitt)
2001
Pfarrer Fritz Schropp ist seit 45 Jahren in Ebershausen
2002 
Herbert Kubicek wird  mit 94,5% der Stimmen zum Bürgermeister gewählt. Die Wahlbeteiligung lag bei 60%. Nach 1990 und 1996 wurde er somit zum dritten Mal gewählt
2002
Nach dem Bau des Abwasserkanals im OT Seifertshofen wird die erneuerte Straße dem Verkehr freigegeben.
2002
Der Radweg nach Krumbach ist jetzt durchgehend befahrbar. Auch der Radweg  nach Seifertshofen wird am 29.7.2002 eingeweiht.
2005
Die Gemeinde erweitert das bisher vorhandene Baugebiet in Richtung Südosten durch Kauf einer bisher landwirtschaftlichen Fläche.
2007
Es beginnen die Bauarbeiten am neuen Baugebiet östlich des Sportheims. Die neue Straße erhält den Namen "Oberes Eichet".
2007
Ende 2007 steht das neue Feuerwehrhaus an der Seifertshofer Str. kurz vor seiner Vollendung. Die Einweihungsfeierlichkeiten sind für 2008 vorgesehen.
2008
Herbert Kubicek wird zum vierten Mal zum 1. Bürgermeister gewählt. Er tritt somit seine vierte Amtsperiode an.
2009
die Gemeinde übernimmt der Friedhof in Ebershausen und führt erstmals Grabgebühren ein
2011
in der Zeit von 2009 bis 2011 wurde die neue Friedhofsmauer errichtet
 
 
Quelle: Gemeindechronik Ebershausen / Chronik Plepla
Text: © Fritz Spiegel
Bilder: GoogleMap, Archiv & Fritz Spiegel

 

    
    
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