101-Zeichnung Waltenberg
Freiwillige Feuerwehr Ebershausen
 
Auszug aus der Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Ebershausen
 
1824
Aus dem Jahre 1824 stammen die ersten, bisher bekannten Aufzeichnungen von dem Bestehen einer Distriktsfeuerwehr. Dazu schlossen sich die Ortschaften Nattenhausen, Zaiertshofen, Seifertshofen, Waltenberg und Ebershausen zusammen und kauften eine für diese Zeit moderne Feuerlöschmaschine. Seifertshofen wurde wohl als Standort der „Distriktsspritze“ ausgewählt, weil es zentral und im Mittelpunkt der angeschlossenen Ortschaften lag.
 
Ortsfeuerwehr war schon vor 1824 vorhanden
Selbstverständlich waren bis zu dieser Zeit auch Feuerwehren in jedem Dorf, so auch in Ebershausen, vorhanden. Doch deren Ausrüstungsgegenstände (einige Feuerkübel aus Stroh, 1-2 Feuerhaken und eine oder zwei Leitern)  waren sehr dürftig und für die erfolgreiche Bekämpfung eines Feuers nicht geeignet. Auch waren die Häuser in dieser Zeit mit leicht brennbaren Materialien gebaut (viel Holz und Stroh ,keine Feuermauer usw.) so dass es immer wieder zu großen Bränden kam.
 
1845
In Seifertshofen wird eine neues Feuerwehrhaus für die Distriktsspritze erbaut. Ebershausen zahlt anteilsmäßig 114 Gulden und 1 Kreuzer für das neue Feuerwehrhaus in Seifertshofen.  (Dies ist das heute noch bestehende Feuerwehrhaus)
 
1871
am 5. Mai 1871 wird eine neue,  vierrädrige Druckspritze für die Distriktsfeuerwehr für 1100.- Gulden angeschafft. Zusätzlich noch 30 Meter Schlauch.
 
1872
Der Zusammenschluss der Gemeinden zur Distriktsspritze wurde aufgelöst. Warum dies geschah ist nicht bekannt. Jede Gemeinde hatte ab sofort für eine eigene Wehr zu sorgen.  Waren doch bisher bei der Feuerwehr meist Pflichtmitglieder (zum Dienst verpflichtete Bürger) so begann um die siebziger Jahre des 19. Jahrhunderts das Zeitalter der Freiwilligen Feuerwehren.
 
1872      Neues Feuerwehrhaus für Ebershausen
Da die für Ebershausen zuständige Distriktsspritze in Seifershofen aufgelöst wurde, musste die Gemeinde Ebershausen  für eine eigene, ortsfeste Feuerwehr sorgen. So beschloss der Gemeinderat am 21.April 1872 ein neues Feuerwehrhaus zu bauen. Das neue Haus mit 4 Metern Länge und 3,50 Metern Breite wurde an das gemeindeeigene „Armenhaus“ Nr. 21 ½   (heute: Babenhauserstr.3) angebaut. Die voraussichtlichen Kosten wurden auf 229, 43 Gulden festlegt. Der Plan (siehe Bild) wurde am 14.10.1872 vom Landbauamt in Memmingen genehmigt
 
1873
Cyprian Weber wird als Hauptmann der Feuerwehr genannt
 
1875
Die Feuerwehrmänner schlossen sich, von einer bisher losen Interessengemeinschaft zusammen und gründen die Feuerwehr als eine geordnete, zweckgebundene Einrichtung in der Gemeinde. Die am Dienstag, den 20. Juli 1875 wurde in Ebershausen, so das Protokollbuch, die Freiwillige Feuerwehr Ebershausen gegründet.
 
1876 
Am 19. März 1876 trat die Freiwillige Feuerwehr Ebershausen dem Verband der bürgerlichen, Freiwilligen Feuerwehren in München sowie der Landesunterstützungskasse der Freiwilligen Feuerwehren in München bei.
 
1885
Das Dienstbuch für die Freiwillige Feuerwehr wurde eingeführt. Das Dienstbuch hatte den Zweck, alle die Feuerwehr berührenden, besonderen Vorkommnisse in einfacher Weise festzuhalten. Die Art dieser Feststellung sollte bei allen Freiwilligen Feuerwehren in Schwaben in gleicher Weise erfolgen.
 
 1901      Neues Feuerwehrhaus
Am 10. Juli 1901 beschloss der Gemeinderat in Ebershausen den Bau eines neuen Feuerwehrhauses auf dem gemeindeeigenen Grundstück am Weg nach Hairenbuch. Zur Finanzierung des neuen Feuerwehrhauses wurde beim Darlehenskassenverein Ebershausen/Seifertshofen ein Darlehen von 650 Mark aufgenommen. Amtstechniker Schnitzler aus Hürben fertigte am 3. Juli 1901 den Bauplan für das neue Feuerwehrhaus das am Weg nach Hairenbuch erbaut werden soll. Das neue Haus soll 9 Meter lang und 6 Meter breit werden. Für den Entwurf des Bauplans erhielt Schnitzler von der Gemeinde 3 Mark. Für den eigentlichen Bauplan zahlte die Gemeinde 30 Mark an Schnitzler.
   
1923
Anselm Selg wurde am 4.11.1923 Kommandant.
 
 1930
Am 25.7.1930 unterzeichnete Bürgermeister Probst den Lieferungsvertrag für eine Magirus Kleinmotorspritze Typ Goliath II. Diese Motorspritze für 800 bis 1000 Liter/Min. kostete 2750 Mark. Als Zubehör wurden noch 3 normale Strahlrohre mit 52 mm Storzanschluss zu 75 Mark, eine dreiteilige Teilungsgabel für 110 Mark, ein dreiteiliges Sammelstück für 85 Mark, eine Segeltuchschutzhülle für 50 Mark und ein großer Handschlauch mit 75 mm Durchmesser und 3 Meter Länge für 32,30 Mark gekauft. Dies ergab zusammen eine Ausgabe von 3103 Mark. Als Zuschuss vom Staat konnten 40% der Kaufsumme verbucht werden.
Somit war Ebershausen die erste Gemeinde im Bezirk mit einer Motorspritze.
 
1939
Ein Feuerlöschweiher sollte bei der Schule errichtet werden, dass die höher liegenden Gebäude besser bei einem Brand geschützt werden könnten. So wurde im Schulgarten ein etwa 4 x 4 Meter großes Loch  (Löschweiher) errichtet um im Brandfall fürs Erste genügend Wasser zu haben.
 
1947
Am 1. Januar 1947 fand die erste Versammlung nach dem zweiten Weltkrieg statt. Nach dem Krieg konnten noch 56 Mitglieder erfasst werden. Von denen waren 28 bei der Versammlung anwesend. Josef Spiegel, gerade aus den Krieg zurückgekehrt, wurde zum neuen 1. Kommandanten der Feuerwehr gewählt.
 
1949      Feuerwehrverein gegründet
Auf Anordnung des Landratsamts Krumbach vom 7. April 1949 ist ein Feuerwehrverein zu gründen. In der Versammlung vom 19. April 1949 wird einstimmig beschlossen einen Verein zu gründen. Vorstand wurde Ottmar Finkele.
 
1960      neue Tragkraftspritze
Die bisherige Motorspritze ist ins Alter gekommen und wurde den Anforderungen nicht mehr gerecht. So beschloss der Gemeinderat im Dezember 1960 eine neue Motorspritze von der Firma Magirus zu kaufen.
Die neue Tragkraftspritze „Magirus TS 8/8“ war mit einem 34 PS starken VW- Motor ausgerüstet. Sie wurde von der Fa. Richard Bock aus Kempten am 16. Mai 1961 an die Wehr in Ebershausen ausgeliefert. Zusätzlich wurde noch ein Betriebsstundenzähler an die Tragkraftspritze angebaut. Der Preis für die Motorspritze belief sich auf 3700.- DM und der Preis für den Betriebsstundenzähler zusätzlich auf 60.- DM. Vom Bezirk Schwaben konnte die Gemeinde einen Zuschuss von 370.- DM entgegen nehmen.
 
1961
Anlässlich des 85.-jährigen Jubiläums der Feuerwehr, das im Zuge der Generalversammlung am 6. Mai 1961 in der Gastwirtschaft Brandl (Untere Wirtschaft) gefeiert wurde, wurde Anselm Selg zum Ehrenkommandanten ernannt.
 
1963      Fahnenweihe
Am Sonntag, den 14. Juli 1963 kündigten bereits um 5:00 Uhr Böllerschüsse und das Spiel der Musikkapelle Ebershausen den großen Tag in Ebershausen an. Gemeinsam mit dem Patenverein Nattenhausen, den Musikkapellen aus Nattenhausen und Ebershausen, den Ehrengästen sowie den Festdamen ging es um 8:45 Uhr hinauf zur Kirche. Beim neuen Leichenhaus im Friedhof war schon alles für die Feldmesse und die Weihe der neuen Fahne vorbereitet. Die Festjungfrauen, an der Spitze mit der Fahnenbraut Maria Schregle, trugen die Fahne, flach in den Händen gehalten, zur Weihe. In der von der Musikkapelle Nattenhausen feierlich umrahmten Messe weihte H.H.Pfarrer Schropp die neue Fahne.
 
1966      Luftschutzsirene in Ebershausen
Bis zum 31. März 1966 sollten auf Anordnung des Landratsamtes im ganzen Landkreis die Luftschutzsirenen montiert sein. Für den Gebrauch in Ebershausen mußte noch ein Meldeknopf als Zusatzgerät eingebaut werden. Die Sirene wurde auf dem Dach der Schule montiert und der Meldeknopf befindet sich an der Nordostecke des Schulgebäudes.
 
1968      Goldenes Leistungsabzeichen
Der 17. Juli 1968 ist wieder ein großer Tag in der Geschichte der Ebershauser Feuerwehr. Genau an diesem Tag legen unter ihrem Kommandant und Gruppenführer Josef Spiegel folgende Wehrmänner als erste Gruppe einer ländlichen Feuerwehr des Landkreises das Goldene Leistungsabzeichen ab.

Goldenes Leistungsabzeichen

Josef Spiegel †,  Löschmeister
Josef Henke †, Maschinist
Werner Katheininger, Melder
Johann Bissinger †, Löschtruppmann I
Johann Selg †, Löschtruppmann II
Anton Probst †, Wassertruppmann I
Michael Sauter, Wassertruppmann II
Karl Kleinert †, Schlauchtruppmann I
Markus Mayer †, Schlauchtruppmann II
 
1974
Am 23.03.1974 wird Adelbert Burkhard mit 24 von 28 möglichen Stimmen zum ersten Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr und gleichzeitig zum 1. Vorstand des Feuerwehrvereins gewählt.
 
1975      erstes Feuerwehrauto in Ebershausen
Im Jahre 1975 erhält die Wehr in Ebershausen erstmals ein motorisiertes Feuerwehrauto. Es ist ein VW- Kombi, den die Feuerwehrleute in Eigenleistung zu einem Feuerwehrauto umbauten.
 
1980      Joas Arnulf wird Kommandant
Der Doppelposten Kommandant / Vorstand sollte auf Antrag von Bürgermeister Albrecht aufgeteilt werden. Somit wird am 7. März 1980 Joas Arnulf neuer Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Ebershausen und löst somit Adelbert Burkhard von diesem Posten ab.  Vorstand bleibt weiterhin Burkhard.
 
1984      Willi Sauter wird Nachfolger von Joas Arnulf
Willi Sauter wird neuer Kommandant
 
1989      Kein neues Feuerwehrgerätehaus – statt dessen Renovierung
Der Gemeinderat lehnte einen Neubau mit 5:3 Stimmen ab. Er schlug eine Renovierung des Feuerwehrgerätehauses vor und bittet um tatkräftige Mithilfe bei den Wehrmännern.
 
1992      Feuerwehrfahrzeuge werden ausgetauscht
Der VW- Kombi musste Ende Mai 1992 ausgemustert werden, da er die Hauptuntersuchung beim TÜV nicht mehr bestanden hatte. Dafür kaufte die Gemeinde Ebershausen einen Ford- Transit von der Gemeinde Ursberg. Das Fahrzeug wurde am 4. Mai 1992 in Oberrohr abgeholt.
 
2002      Joas Arnulf wird wieder Kommandant
Erster Kommandant der Ebershauser Wehr wird, als Nachfolger von Willi Sauter, Arnulf Joas. Sein Stellvertreter Martin Wolf
 
2003
Die Jugendfeuerwehr, eine Gruppierung der Freiwilligen Feuerwehr Ebershausen, feiert sein 10-jähriges Bestehen
 
2006      neues Feuerwehrhaus
Am 3. April 2006 fand der Spatenstich und der Beginn der Bauarbeiten am neuen Feuerwehrhaus statt. Schon gut 4 Monate nach Baubeginn, am 14.8.2006 konnte das Richtfest mit allen Helfern gefeiert werden.
 
2008
Mit einem feierlichen Gottesdienst am 15.6.2008 und der Segnung durch Pfarrer Josef Baur wurde das neue Feuerwehrgebäude mit Musikprobenraum in Ebershausen seiner Bestimmung übergeben

 
2009
Die Jugendfeuerwehrgruppe legt die Bayerische Jugendleistungsprüfung ab
 
2010  neues Feuerwehrauto
Seit November 2010 ist die Freiwillige Feuerwehr mit einem Mercedes Sprinter 515 Cdi ausgerüstet. Das zul. Gesamtgewicht beträgt 4,6 t. Hersteller ist die Firma Ziegler aus Giengen/Brenz. Das Auto diente als Vorführfahrzeug auf Messen und wurde erstmals im Januar 2010 zugelassen.

2014
Tobias Mutzel löst Martin Wolf als zweiter Kommandant ab. Martin Wolf stellte sich nicht mehr zur Wahl.
 
Der Feuerwehrverein Ebershausen stellt sich hier  vor.
 

Text: © Fritz Spiegel / Arnulf Joas
Quelle: Chronik FFW Ebershausen
Bilder: FFW Ebershausen
    
    
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